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Die Verbesserung der Produktivität
zählt aktuell in der Industrie zu den zentralen Herausforderungen.
Die weitverbreitete Praxis der einseitigen Produktivitätsbetrachtung
und Beschränkung auf die Arbeitsproduktivität führt jedoch häufig zu
teiloptimalen Lösungen und zum Teil zu gravierenden wirtschaftlichen
Fehlentwicklungen in den Unternehmen.
In den Fokus zukünftiger
Überlegungen zur Verbesserung der Unternehmens-produktivität muss
eine Kennzahl der Gesamtproduktivität gestellt werden. Die Messung
und Bewertung dieser Unternehmensproduktivität ist einer der
zentralen Inhalte dieser Publikation. Vergleichbar zur
Gesamtrentabilität, die eine zusammenfassende Bewertung der
Verzinsung des eingesetzten Kapitals ermöglicht, kann mit der
erstmals in dieser Arbeit definierten Gesamtproduktivität eine
zusammenfassende Bewertung der Ergiebigkeit der betrieblichen
Leistungserstellungsprozesse erfolgen.
Darüber
hinaus ist für die Ableitung von Maßnahmen zur
Produktivitätsverbesserung eine systematische Differenzierung der
Gesamtproduktivität in Teilproduktivitäten notwendig, da
insbesondere durch die Teilproduktivitäten die Wirkung einzelner
betrieblicher Einflussgrößen unter den konkreten praktischen
Rahmenbedingungen identifizierbar ist. Ausgehend von der Struktur
der Produktionsfaktoren werden die Arbeitskräfteproduktivität, die
Betriebsmittelproduktivität und die Werkstoffproduktivität als
charakteristische Teilproduktivitäten abgeleitet und deren
Zusammenhang zur Gesamtproduktivität dargestellt.
Für die praktische Umsetzung der
Kennzahlen wurden geeignete Output- und Inputgrößen identifiziert
und betriebliche Datenquellen strukturiert. Die systematisierte
Struktur der Unternehmensproduktivität mit einer übergeordneten
Gesamtproduktivität und logisch untergeordneten Teilproduktivitäten
ermöglicht erstmals die Analyse von Wechselbeziehungen zwischen
Gesamtproduktivität und Teilproduktivitäten. Mittels definierter
mathematischer Strukturen kann die Wirkung der Veränderung von
Teilproduktivitäten sowie von Output- und Inputgrößen auf die
Gesamtproduktivität berechnet und prognostiziert werden.
Damit ist eine wesentliche
Voraussetzung für die systematische Ableitung von Maßnahmen zur
Produktivitätsverbesserung und für die vorausschauende Beurteilung
der Produktivitätswirkung einzelner Managemententscheidungen
geschaffen.
Die
praktische Demonstration der Anwendung der Kennzahlen zur Bewertung
der Unternehmensproduktivität und die Darstellung der
Wechselwirkungen zwischen den Teilproduktivitäten und zur
Gesamtproduktivität erfolgt mit 110 Fallbeispielen und mit
Praxisdaten einer aus 50 mittelständischen Industrieunternehmen
bestehenden Benchmarkinggruppe. Im Ergebnis wird anschaulich
demonstriert, dass eine auf das Unternehmen als Ganzes zielende
Produktivitätssteigerung erst dann festzustellen ist, wenn aus der
summarischen Betrachtung aller Teilproduktivitäten insgesamt ein
positiver Verlauf resultiert. |